Die wilde Räuber*innen Hausbar


Das Anarchistische Netzwerk Tübingen ANT lädt ein zur wildesten aller wilden Räuber*innen-Events des neuen Jahres 2012:


DIE WILDE RÄUBER*INNEN HAUSBAR

19:00 Uhr Beginn
ab 19:30 Uhr vegane Vokü
20:00 Uhr Film: LUCIO: Anarchist, Bankräuber, Fälscher, aber vor allem: Maurer (SPANIEN 2007, 90 Min. OmDU)

Anschließend Hausbar mit lecker Cocktails und anderen erfrischenden Getränken

22:30 Uhr Special: Prämierung der wildesten Kostüme
01:30 Uhr Ende

Am: Mittwoch den 18.Januar
Ort: Hausbar im Keller der Schellingstraße 6 in Tübingen

Flyer zum ausdrucken und verteilen: (Klick rechte Maustaste, Ziel speichern unter)

Stuttgart21 – Die Mehrheit war dagegen!

Mit breiter Zufriedenheit präsentieren die CDU das Ergebnis: 59% der Abgegebenen Stimmen waren für Stuttgar21 und nur 41% dagegen. Damit versuchen sie nun zu sagen: „Seht ihr, die ‚deutliche‘ Mehrheit steht und stand schon immer auf unserer Seite!“

Der cdu-grüne Stuttgart21-Gegner und Tübinger OB Boris Palmer dient als willkommene und herrschaftsstabilisierende Figur: Er gibt sich geschlagen und präsentiert im Fernsehen die Phrasen: „`Oben bleiben´ war bisher unsere Parole, jetzt muss sie heißen `Friedlich bleiben`!“ Als Vorzeige-Kasper, der zwar auch dagegen ist, aber trotzdem den ganzen Mist schluckt und letztlich dazu nur Öl für das herrschaftliche Getriebe wird, versucht Palmer so die entschlosseneren unter den S21-Gegnern zur Unterwerfung zu bringen.

Die Volksabstimmung hat hier mal deutlich gezeigt, wie sie zur Herrschaftslegitimierung eingesetzt werden kann: Dann, wenn sowieso Fakten geschaffen wurden ohne die Bevölkerung zu fragen und dann wenn es klar ist, dass die Herrschenden sowieso gewinnen werden, genau dann eine Volksabstimmung in genau dem regionalen Setting durchführen, so dass alle die sich hinterher noch immer dagegen aussprechen, als „Undemokraten“ diffamiert werden können.

Übersehen wird dabei natürlich dass, bei 40% Gegner*innen, vor Beginn des Bauunterfangens sicher die absolute Mehrheit dagegen gewesen wären! Denn das Argument, dass der Ausstieg alleine schon Geld kostet (dazu noch bei hochgelogenen Kosten), hat sicherlich 11% überzeugt. Bei einem so knappen Ergebnis könnte davon ausgegangen werden, dass Stuttgart21 ohne teure Propaganda und schon vorgefertigten Tatsache keine Chance bei den Bürger*innen hätte! Aller Wahrscheinlichkeit nach waren vor den geschaffenen Tatsachen die Mehrheit der Badenwürttemberger GEGEN Stuttgart21!

Der Unterschied zur Basisdemokratie ist deutlich: Die Regierenden entscheiden wann, unter welchem Propaganda-Einfluss(tausende Dörfer waren mit ausschließlicher Pro-Stg21-Werbung ausgestattet) und wie die Bürger*innen entscheiden dürfen, wodurch sie faktisch nicht entscheiden können. Basisdemokratisch wäre das ganze Projekt von der Basis her ausgedacht propagiert und in allen Facetten bei der Basis entschieden worden.
Uns wird trotz allem die Bedeutung des Protestes bewusst: Die herrschaftsbefürwortenden Fraktionen dürften ab jetzt wissen, dass es ein Haufen ärger geben kann, wenn sie sich -zumindest bei einigen Themen- gegen die Bevölkerung durchsetzen wollen. Dass das verschlafene, ewig-unterwürfige Schwabenländle auch mal zu Hundertausenden auf die Straße geht, Menschen die in ihrem Leben noch auf keiner Demo waren sich sogar auf die Straße setzt und sogar bei Aufforderung durch die Polizei nicht aufsteht, dürfte den Regierungsärschen und Parlamentspappnasen noch als ordendlicher Schreck in den Knochen sitzen.

Auch wenn es kein arabischer Frühling war, ist doch inzwischen in der ehemaligen Duckmäußerhauptstadt nichts mehr wie vorher! Demos sind inzwischen zehnmal breiter akzeptiert, Protest, Kampf und Widerstand sind keine Fremdwörter mehr und die Möglichkeit eines Massenwiderstands rückt plötzlich auch hier in den Rahmen des Möglichen!

Übersetzte Liedtexte von Iries Révoltés

Die anarchistische Band Iries Révoltés, die energiereichen Dancehall-Reggae mit Ska, Funk und Hiphop-Elementen machen, ist inzwischen schon in verschiedenen Charts gelandet. Schon 2009 machte sich das Übersetzungskollektiv lokale no_nations*translations die Aufgabe einen Großteil der Texte der ersten zwei Alben der Band für deren Konzert im Franz.K in Reutlingen zu übersetzen, da fast alle Lieder der heidelberger Gruppe auf Französisch sind. Das liegt daran, dass die beiden Sänger der Band Halb-Franzosen sind und mit dem französischen Reggae der sozialkritischen Band Raggasonic aufwuchsen. Im Gegensatz zu den späteren Liedern von Iries Révoltés, die eher sozialkritisch und moderat sind, sprechen die Lieder der ersten zwei Alben meist eine deutlich radikalere und explizit anarchistische Sprache.

Beim Kontakt der Band mit no_nations*translations versprach der Sänger die Texte zu korrigieren und auf die Homepage der Band upzuloaden. Da das leider nicht geklappt hat, werden die Liedtexte nun durch uns endlich im Internet veröffentlicht:

[Liedtexte und Übersetzungen der Band Iries Révoltés]

Heike Schrader lügt in der Jungen Welt

Betrifft den Artikel „Mörderischer Angriff“ in der Tageszeitung junge welt vom 21. Okt. 2011. In der fett gedruckten Unterüberschrift behauptet die junge welt „Hintergründe zu den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten“ in Athen liefern zu wollen. Der folgende Artikel strotzt dann jedoch nur so vor Auslassungen, Verdrehungen, Halbwahrheiten und Parteipropaganda der KKE. Da Heike Schrader seit Jahren in Athen lebt dürfte ihr all das bekannt sein. Der Artikel kann deshalb nur als wissentliches Lügenkonstrukt bezeichnet werden.

Zu den Auseinandersetzungen war es am 2. Tag des 48stündigen Generalstreiks zwischen einem Block von AnarchistInnen, Linksradikalen und nicht eingebundenen Jugendlichen einerseits und Ordnern der stalinistischen KKE, ihrer Jugendorganisation und der von der KKE dominierten Gewerkschaftsfront Pame gekommen. Das 53-jährige Pame-Mitglied Dimítris Kotzarídis erlitt nach Tränengas- und Blendschockgranatenbeschuss durch die MAT-Sondereinheiten der Polizei einen Herz- und Atemstillstand und verstarb noch vor Ort. Ärzte, die vergeblich versuchten ihn wiederzubeleben, führen seinen Tod auf das Einatmen großer Mengen von Tränengas zurück. Nach Aussagen eines ihn begleitenden Bekannten, war er nicht an den Auseinandersetzungen beteiligt und „fiel direkt nachdem eine Tränengasgranate vor seinen Füßen explodierte, plötzlich um.“ Anstatt diesen erneuten Polizeimord anzuklagen, sprach die KKE-Vorsitzende Aléka Paparíga die Polizeikräfte noch am 20. Okt. auf einer Pressekonferenz von jeder Schuld frei.

Dass Schrader im Artikel nicht einmal die Todesumstände erwähnt spricht Bände. Bei ihr liest sich das folgendermaßen: „Als »organisierten mörderischen Angriff von Befehle ausführenden Provokateuren« bezeichnete die Kommunistische Partei Griechenlands, KKE, den Angriff auf ihre Gewerkschaftsfront PAME am Donnerstag. Dabei hatten mehrere hundert Vermummte den Demonstrationsblock der PAME vor dem griechischen Parlament mit Steinen, Rauchgeschossen und sogar Brandbomben angegriffen. Bei den Auseinandersetzungen wurden mehr als 40 Menschen verletzt, der PAME-Gewerkschafter Dimitris Kotzaridis erlitt einen tödlichen Herzinfarkt.“

An dem Satz ist einzig das Zitat der KKE richtig zitiert! Und das die griechischen Stalinisten all diejenigen, die nicht ihren eigenen Befehlen gehorchen als „Befehle ausführende Provokateure“ bezeichnet ist bekannt. So waren, angefangen von den aufständischen BesetzerInnen des Polytechnikums 1973, von denen einige ihren Kampf gegen die Militärdiktatur mit dem Tod bezahlten, bis zu den Beteiligten des sozialen Aufstands im Dezember 2008, als nach der Ermordung von Aléxandros Grigorópoulos tagelang griechische Innenstädte brannten, laut KKE immer nur „Provokateure“ am Werk.

Des weiteren wurde am 20. Okt. 2011 kein „Demonstrationsblock der Pame“ angegriffen, sondern die mit Helmen, Knüppeln und Vierkanthölzern bewaffnete Schutztruppe der Pame, die über viele Stunden das Parlamentsgebäude vor anderen DemonstrantInnen geschützt hatte. Dieser Schutz, wohlgemerkt des Gebäudes in dem in diesen Stunden die weitere Ausplünderung des Landes beschlossen wurde, geschah mit körperlichen Zwangsdurchsuchungen, Taschen-, und teilweise Personalienkontrollen „verdächtiger“ DemonstrantInnen und sollte bis zum Ende der Abstimmungsprozedur aufrecht gehalten werden. Die so freiwerdenden Polizeikräfte tranken in dieser Zeit Café, bzw. verteilten sich strategisch in den umliegenden Straßenzügen. Schon am Tag zuvor, dem ersten Tag des Generalstreiks, hatte die KKE über vier Stunden die komplette Straße vor dem Parlament für andere Demonstrierende dicht gemacht. Nur um Haaresbreite konnte dabei eine Straßenschlacht zwischen der seit zwei Wochen streikenden Müllarbeitergewerkschaft und der KKE vermieden werden.

Nicht umsonst zeigten sich die ParlamentarierInnen beeindruckt vom „gut organisierten Schutzschild der KKE für die parlamentarische Demokratie“. Bei früheren Generalstreiks hatten zum Teil zehntausende Demonstrierende versucht das Parlament zu stürmen, was zu heftigen Straßenschlachten mit den Polizeikräften und vielen Unannehmlichkeiten für die „Volksvertreter“ geführt hatte. Anarchistische und linksradikale Gruppen hatten auch jetzt im Vorfeld erklärt, dass nur die Erstürmung und Besetzung des Parlaments neue Sparbeschlüsse verhindern könne. Die „mehrere hundert Vermummte“, waren dann auch mehrere tausend Menschen, die genug vom unterdrückerischen Tun der KKE haben. Sie prügelten sich in der Folge im übrigen mit den nicht minder behelmten und vermummten „roten Bullen“ der Partei und die „mehr als vierzig Verletzten“ dürften zu einem nicht geringen Teil die von den KKE-Ordnern „verhafteten Provokateure“ sein, die zuerst übel zusammengeschlagen und dann den echten Bullen übergeben wurden. „Doch der brutale Angriff auf Griechenlands Kommunisten kommt nicht aus heiterem Himmel:“ Da hat Schrader tatsächlich recht – allerdings schreibt sie nichts dazu in ihrem Artikel. War es im letzten Jahrzehnt relativ ruhig was körperliche Auseinandersetzungen in der griechischen Linken betrifft, so liegt dies vor allem daran, dass die KKE seit bestimmt 15 Jahren nur noch getrennt von allen anderen demonstrierte und somit keine direkte Gefahr mehr für die körperliche Unversehrtheit all derer darstellte, die sich ihr nicht unterordneten. Einzig aus diesem Grund kam es in letzter Zeit nicht zu den in den 70er, 80er und 90er Jahren regelmäßig stattfindenden brutalen Prügeleinsätzen der KKE-Schläger, die oftmals in Zusammenarbeit mit den MAT-Sondereinsatzbullen auf Demoblöcke von Linksradikalen, Autonomen, AnarchistInnen, und „Wilder Jugend“ im Rahmen der Gedenkdemonstrationen zum 17. November losgingen (u.a. 1979, 1995, 1998, 1999).

Insofern ist das ständige Geheule der KKE über „bezahlte, vermummte Provokateure“ oder „Anarcho-Faschisten“, die zum Schaden der Partei mit dem Staat zusammenarbeiten, mehr als scheinheilig. Die einzige organisatorische (linke?) Macht, die in Griechenland ständig mit allen Mitteln konkurrierende Strukturen – und hierbei vor allem so genannte oder tatsächliche Linksabweichler, Trotzkisten, Anarchisten – bekämpft, ist die KKE. Dass sie dabei wann immer es ihr nötig erscheint mit dem Staatsapparat zusammenarbeitet versteht sich von selbst. Momentan versucht die KKE den Mehrwert der Demonstrationen und der Auseinandersetzungen für sich zu verbuchen:
- Anerkennung vom System für den Schutz desselben eingeheimst,
- gleichzeitig „kämpferisch“ mit Helm und Knüppel dagegen in die Schlacht gezogen – und außerdem noch „Opfer staatlich gelenkter Provokateure“.

Da kommt ein Toter gerade recht – nur schade, dass ihn kein Stein von „Vermummten“ erschlagen hat. Beim Generalstreik vom 19./20. Oktober haben hunderttausende Menschen die KKE in Aktion erlebt (frei nach dem Motto „wer nicht für mich ist, ist der Feind“ wurden auch AktivistInnen der „bezahlt wird nicht“-Kampagne von den KP-Schlägern verprügelt) und konnten sich erneut ein Urteil bilden. Die kommenden Mobilisierungen werden zeigen welchen Schluss sie daraus gezogen haben. Da Massenmedien, PolitikerInnen aller Parteien, staatstragende Gewerkschaften und die KKE an diesem Punkt eine propagandistische Einheitsfront bilden, kommt es – wie immer – aufs eigene Denken an.

Ralf Dreis, Vólos, Griechenland

Quelle: Contrainfo

Erklärung des Barrikade-Herausgebers zu den Ermittlungsverfahren wegen Rudolf Rocker

Erklärung des barrikade-Herausgebers:

Am 14. März erschien hier eine Erklärung meinerseits unter dem Titel »Wem gehört Rudolf Rocker«, weil der Rechteinhaber Heiner M. Becker eine Strafanzeige wegen der Verletzung seiner Urheberrechte an Rudolf Rocker u.a. gegen mich bei der Staatsanwaltschaft Münster angestrengt hat.

Seit gestern liegt mir nun das Schreiben der StA Münster vom 25.10.2011 vor, in dem meiner Anwältin mitgeteilt wird, daß das Ermittlungsverfahren gegen mich eingestellt und der „Anzeigeerstatter auf den Privatklageweg“ verwiesen wurde.

Hierzu erkläre ich:

Damit haben sich die Anschuldigen des Herrn Heiner Becker gegen mich als haltlos erwiesen.
Der Informant aus der Berliner FAU/Kultursyndikat ist als Denunziant entlarvt, denn er hat Becker die notwendigen, falschen Informationen geliefert – ob aus Blödheit oder weil er von Becker angestiftet wurde, ist hierbei völlig unerheblich.

Die Staatsanwaltschaft Münster hat umfängliche Untersuchungen angestellt und das gesamte Umfeld der FAU und der Internet-Plattform „Syndikalismus.tk“ ausgeleuchtet.

Was bleibt? Bösartige Verleumdung, nachweislich falsche Anschuldigungen, unbewiesene Behauptungen – und eine Staatsanwaltschaft, die nun eine dicke Akte über die aktuelle anarchosyndikalistische Szene („Bewegung“) vor sich liegen hat.

Dies hat nun zwar für mich keine weiteren strafrechtlichen Konsequenzen, aber der Schaden für unsere kleine Bewegung ist immens. Aus diesem Grunde verlange ich eine öffentliche Erklärung der FAU Berlin zu diesem Vorgang und die Übernahme sämtlicher Kosten, die durch diese Beschuldigung [strafrechtlich übrigens ebenso relevant lt. §§ 164 und 187 StGB wie eine Verletzung eines angeblichen Urheberrechts] entstanden sind, durch die Verursacher.

Ansonsten bleibt es dabei: weder Heiner M. Becker noch sonstwer hat die Rechte und private Verfügungsgewalt über das literarische und agitatorische Werk von Rudolf Rocker und seiner Frau Milly Wittkop-Rocker!

Folkert Mohrhof

Hamburg, den 30. Oktober 2011



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