Archiv für Juli 2010

Die Regierungen sparen uns kaputt – Wir fangen schon mal an zu betteln!

Die Regierungen sparen uns kaputt – Wir fangen schon mal an zu betteln!
Verarmung durch das Sparpaket sichtbar machen!
Aktion auf der Neckarbrücke am Montag, den 02.08.2010, 16 Uhr

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Die letzten zwanzig Jahre haben alle Regierungen, egal ob Rot-Grün, schwarz-gelb, oder schwarz-rot (egal ob im Bund oder im Land), zu Gunsten der Wirtschaft und der vermögenden Menschen nach Oben umverteilt. Die riesigen abgepressten Finanzströme, die am deregulierten Finanzmarkt investiert wurden, sind mit ein Grund für die Finanz- und Wirtschaftskrise. Trotz dieser Katastrophe und der bisherigen Umverteilung soll alles immer so weitergehen. Vor allem das neue schwarz-gelbe Sparpaket dringt in bisher nicht gekannte Kürzungsdimensionen vor. Am stärksten werden auch weiterhin Kommunen und die nicht vermögenden Menschen ausgepresst. Die Profiteure (vor) der Krise (Banken, Konzerne und Vermögende) bleiben weiterhin außen vor.

Das wollen wir heute sichtbar machen. Sollen wir in Zukunft alle für unseren Lebensunterhalt und unsere Daseinsvorsorge betteln gehen oder fangen wir irgendwann an uns gegen diese endlose Politik der Umverteilung nach Oben zu wehren? Für ein gutes Leben mit guten Löhnen, guter selbstbestimmter Arbeit, guter Bildung, guter Mobilität, guter Kinderbetreuung, Kultur, Sport usw. usf.

Wir werden uns am Montag, den 02.08.2010 ab 16 Uhr in einer Reihe nebeneinander auf die Neckarbrücke setzen und betteln. Manche werden Autoscheiben waschen oder anders versuchen zu Geld zu kommen. Wir werden dort mit Schildern, die auf den Boden gestellt oder umgehängt werden und auf denen einige der Sparmaßnahmen und ihre Folgen dargestellt sind, informieren. Wir sprechen Sozialkürzungen der Bundesregierung als auch das städtische Sparpaket an.

Die Aktion findet im Rahmen des Lokalen Bündnisses „Wir bezahlen nicht für Eure Krise“ statt.

Erster Widerstand gegen das Sparprogramm in Tübingen regt sich

Gut 40 Protestierende (das Tagblatt schreibt sogar von 100 Personen; weitere Demonstranten waren auf jeden Fall noch im Sitzungssaal) bereiteten den Tübinger Stadträt_innen einen fulminanten Empfang, als diese sich in den Sitzungssaal des Rathauses begaben um dort der offiziellen Vorstellung des Sparprogramms („Haushaltskonsolidierungskonzeptes“) zu lauschen. Erst auf dem Marktplatz dann auf den Treppenstufen des Rathauses versammelte sich eine bunte Menge von Arbeitslosen, Anarch@s, Gewerkschafter_innen, Eltern mit Kind und weiteren Empörten (personelle Überschneidungen sind möglich). Mit Schildern, Transparenten und viel Lärm wurde die Stadträt_innen darauf hingewiesen, dass das geplante Sparprogramm auf Protest und Widerstand stößt. Im Sitzungssaal machte zudem ein Dutzend Mitglieder der Benutzergruppen (v.a. Kampfsport) des Ki-Dojos („Zentrum für bewegungsorientierte Jugendarbeit“) auf sich aufmerksam, dass laut den Sparplänen komplett aufgegeben werden soll.

Den ganzen Artikel auf TueInfo: http://www.jpberlin.de/tueinfo/cms/node/19193

Antinationales Fußballspiel auf dem Marktplatz

Am Samstag den 10.7.2010 fand um 15 Uhr ein Antinationales Fußballspiel auf dem Holzmarkt in Tübingen statt.

Etwa 10 Spieler*innen hatten sich eingefunden um öffentich eine Runde Fußball zu spielen. Das Spielfeld wurde kurzerhand auf den Boden eingezeichnet. Auf einem Banner stand „Love playing games – hate Nationalism“. Mobilisiert wurde halböffentlich, aufgerufen vom Anarchistischen Netzwerk Tübingen AK Alltagsrebellion. Mit dem Spiel sollte ein Zeichen gegen den durch den WM-Hype und dem Schwingen von Deutschlandfahnen verstärkten Nationalismus gesetzt werden.

Das Spiel endete nach ca. einer halben Stunde mit 5:3.

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Wagen beim Christopher Street Day in Stuttgart

Am 31.07.2010 findet in Stuttgart die
„Christopher-Street-Day“-Polit-Parade unter dem Motto „Schön wär’s!“
statt.

www.csd-stuttgart.de

Seit es 28.06.1969 in der Szene-Bar „Stonewall Inn“ in New York zum ersten bekannt gewordenen Aufstand „sexueller Minderheiten“ gegen Polizeiwillkür und Diskrimierung kam, ist der „Christopher Street Day“ ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag von LGBT’s (Lesbisch Schwul Bisexuell Transgender) in aller Welt.
In Deutschland dienten und dienen die „Polit-Paraden“ der Community häufig der Forderung nach (bürgerlichen) Rechten und Gleichberechtigung für schwul-lesbische Lebensformen. Zudem manifestiert sich in den Paraden ein medienwirksames Bild, das aus kritischen und/oder queeren Blickwinkeln,
einer an Kommerzialität und Konformität kaum zu überbietenden feiernden Szene der Oberflächlichkeiten.

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Als Judith Butler, Philosophin und Queer-Theoretikerin, am diesjäjhrigen Berliner CSD mit ihrer Ablehnung des Zivilcourage-Preises für einen „Eklat“ sorgte, gab sie gleichzeitig den Anstoss die CSD-(Protest)-Kultur genauer unter die Lupe zu nehmen.

http://de.indymedia.org/2010/06/284698.shtml

Denn was als kämpferischer Aufstand begann, scheint mittlerweile kommerzialisiert, instrumentalisiert und ausgrenzend (gegenüber Intersexuellen, Transgendern, Menschen mit Migrationshintergrund und/oder Betroffene von Doppel-Diskriminierung).

In Tübingen hat sich eine Gruppe von Einzelpersonen überlegt, sich mit einem Wagen, Soundsystem, Verkleidung und vor allem einer bewusst politschen queer[-anarcha-(feministischen)] Botschaft an der diesjährigen Parade des „Christopher Street Day“ in Stuttgart zu beteiligen.

Den Wagen und das Soundsystem stellt Miditation e.V. (www.miditation.de)
aus Stuttgart zur Verfügung.

Nun geht es darum, dass sich Menschen finden, die sich für diese Idee begeistern lassen um gemeinsam die Planung, Gestaltung und Finanzierung der Aktion in Angriff zu nehmen.

Qu(e)er-Feld-ein auf den CSD nach Stuttgart!!!!