Archiv für August 2011

Solidarität mit Billy, Costa und Silvia

Ein Beitrag des AK Grüne Anarchie des ANT. Eine entsprechende Infotafel, erstellt für und verwendet bei der Anarchosyndikalismus Hausbar, hängt jetzt in der Hausbar der Lu15.


    Solidarität mit Sivlia, Billy und Costa!

Das Bundesstrafgericht in Bellinzona hat die drei Anarchist_innen Silvia, Billy und Costa zu Haftstrafen von drei Jahren und vier Monaten, drei Jahren und sechs Monaten sowie drei Jahren und acht Monaten verurteilt.

Damit liegt das Strafmass leicht über den Anträgen der Bundesanwaltschaft.

Ihnen wurde vorgeworfen, letztes Jahr eine Aktion gegen ein im Bau befindliches Nanotechnologie-Forschungszentrum der IBM in Zürich geplant zu haben.

Kriegsgefangene im ökologischen Krieg des Systems gegen den Planeten und dessen Bewohner*innen - Das junge Ehepaar Costa und Silvia
Kriegsgefangene im ökologischen Krieg des Systems gegen den Planeten und dessen Bewohner*innen: Das junge Ehepaar Costa und Silvia

    Erinnern wir uns:

am 15. April 2010 wurden im Kanton Zürich, Billy, Costa und Silvia verhaftet. In ihrem Auto befanden sich Sprengvorrichtungen und eine Erklärung, warum das im Bau befindenden hochmoderne IBM Labor für Bio- und Nanotechnologie in Rüschlikon ein Angriffsziel ist. Seit ihrer Verhaftung sitzen die drei italienischen AnarchistInen in verschiedenen Knästen in Untersuchungshaft und haben seither erfahren können, dass die Schweizer Staatsschutzorgane (Nachrichtendienste, Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalpolizei) den ausländischen „Kollegen“ in nichts hinten anstehen und bestens kooperieren, ob legal oder illegal.

Eines ist von Beginn weg klar gewesen: die drei politischen Gefangenen unterstanden einer absolut rigorosen Post- und Besuchskontrolle, resp. Zensur, die an Sabotage erinnert. So hat Silvia bis heute nur einmal Besuch von ihren Eltern bekommen, alle anderen Besuchsanträge, von KollegInnen, FreundInnen, von GenossInnen ganz zu schweigen, wurden alle kommentarlos abgelehnt. Bei Billy und Costa sind es nur enge Verwandte, denen die Knasttore für überwachte und hinter Trennscheibe ablaufende Besuche geöffnet wurden,

Die Post, also der einzige Weg, um mit draussen kommunizieren zu können, wurde rigoros torpediert,eine politische und soziale Kommunikation verunmöglicht. Literatur mit widerständischem Inhalt an den Knasttoren mit der Begründung „das macht sie nur nervös, das ist nicht gut!“ abgelehnt.
Umso näher der Prozesstermin rückte, umso strenger die Postzensur: ein normaler Austausch und damit Vorbereitung für den Prozess buchstäblich verhindert!

Die Hauptverhandlung wurde ohne Absprache mit den Anwälten angesetzt. Dies widerspricht völlig der Praxis aller Gerichte in der Schweiz. Den RA und den Klienten soll damit bewusst nicht genügende Zeit für die Verteidigung eingeräumt werden. Eine solche Ansetzung widerspricht der Praxis des Bundesstrafgericht und einer Erklärung des Präsidenten des Bundesstrafgerichtes. Und last but not least: Alle Beweisanträge der Verteidigung wurden durch das Gericht abgelehnt. Alle Beweisanträge der Bundesanwaltschaft gutgeheissen.

Es gibt also, nebst der konkreten Solidarität mit politischen Gefangenen, sehr viel mehr Gründe, sich dieser Entwicklung der Klassenjustiz entgegenzustellen und sich entsprechend zu verhalten! (Rote Hilfe des Revolutionären Aufbau Schweiz)

    Zu Nanotechnologie:

Nanotechnologie ist eine Großtechnologie wie Atomkraft und Gentechnik. Sie kann nur unter Einsatz von viel Kapital verwendet werden und ist momentan nicht dezentral oder basisdemokratisch organisierbar. Ähnlich wie bei Atomkraft und Gentechnik ist auch Nanotechnologie mit kurzfristigen Profiten für einige Konzerne und großen Risiken für die Masse der Bevölkerung verbunden.

Wie Nanotechnologie wirkt ist schwer abzusehen: Bei Versuchen mit Mäusen zeigt sich, dass 20 Nanometer lange Teile eines Materials im Blut der Mäuse kein Problem ist, während 10 Nanometer lange Teile des selben Materials zu einem grausamen Tod der Mäuse führt. Dennoch wird Nanotechnologie jetzt schon eingesetzt, zum Beispiel in Schokoladenriegeln, um zu verhindern, dass diese wenn sie alt werden schwitzen oder grau werden.

Im Gegensatz zu Kritik an Technologie an sich ist Kritik an Großtechnologien und somit auch ein Anschlag auf eine Nano- und Biotechnologie-Labor von IBM unter Anarchist*innen, Linken und kritischen Menschen weit verbreitet, zumal jetzt der Kapitailsmus bestimmt wie diese Technologien eingesetzt werden!

Da die Aktion als eine Earth Liberation Front (ELF) Aktion gesehen werden könnte, zur information:

    What is the ELF?

The Earth Liberation Front (ELF) is an international, underground movement consisting of autonomous groups of people who carry out direct action in defense of the planet. Formed in 1992 in Brighton, England as an offshoot of the Earth First! movement, the ELF became first active in North America in 1996, with a series of actions in the Eugene, Oregon area. Beginning in late 1997, the ELF began issuing public statements in the form of communiques, formally taking credit for their activities, along with providing information as to their specific motives. From 1996 through the current day, the ELF has committed dozens of actions throughout the United States, Central and South America, Australia, Europe and Canada against developers, logging companies, genetic engineering research and companies, ski resorts, SUV dealerships and more. The damages inflicted to these companies and government agencies have totaled well over $150 million.
The ELF is a covert movement that operates with no central leadership, no hierarchy, no membership databases, but rather a strict adherence to a set of very basic guidelines. Individuals or groups who understand the dire threats facing the environment and who follow the ELF guidelines can commit an action and become part of the Earth Liberation Front.
The Earth Liberation Front guidelines are as follows:
1. To educate the public on the atrocities committed against the environment and all of the species that cohabitate in it
2. To inflict maximum economic damage to those who profit from the destruction of the natural environment
3. To take all necessary precautions against harming any animal – human or non-human