Beiträge von Administrator

Wie den RFID-Chip in Pass&Perso nicht zerstören!

RFID-Chips sind seit dem 1. November 2005 in allen ausgestellten deutschen Reisepässen sowie ab dem 1. November 2010 in allen Personalausweisen enthalten. Auf diesen Chips sind alle Passdaten, inklusive personenbezogene- sowie biometrische Daten des*r Inhabers*in, in digitaler Form gespeichert. Seit dem 1. November 2007 werden in den Chips zusätzlich die Fingerabdruckbilder von zwei Fingern gespeichert. Die Chips können aus 10 Meter Entfernung gelesen werden.

Wer kein‘ Bock hat, seine persönlichen Informationen preis zu geben, versucht natürlich diesen Chip zu zerstören (was allerdings Grenzkontrollen erschweren, die in die USA möglicherweise verunmöglichen könnte).

Zwei Methoden sind dazu vor allem bekannt: Mikrowelle und Hammer.

Aber Achtung vor der Mikrowelle: Der Chip wird zwar zerstört, aber nach nur 3-4 Sekunden auf der höchsten Stufe brennt der Chip ein Loch in den Pass. Das kann so weit gehen, dass wie oben sichtbar der Chip auch den Plastik-Part anschmort.

Immerhin wird auch gut sichtbar wo sich der Chip im roten Deckblatt versteckt ist (siehe Unten). Dort könnten ein paar gezielte Hammerschläge dem Chip den garaus machen.

Kurden zeigens den Bullen

Nachdem die Polizei auf einem kurdischen Kulturfest in Mannheim mit 40.000 Besucher*innen aus ganz Europa einen Jugendlichen festnehmen will, weil er eine „verbotene Fahne“ schwenkte, eskalierte es. Militante Besucher*innen kamen dem Jugendlichen zur Hilfe. Die Polizei musste nach eigener Aussage, trotz einer 600 Beamte umfassenden Manschaftsstärke „hilflos das Feld räumen“!

20 Jahre Pogrom in Rostock – Lichtenhagen

Vom 22. bis 24.8.1992 belagerten 400 Neonazis im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen, teilweise unter Beifall lokaler Anwohner*innen ein Asylbewerberheim und ein angrenzendes Haus für Gastarbeiter*innen. Sie warfen Steine und Molotovcocktails auf die Gebäude. 120 Menschen kamen nur knapp mit dem Leben davon.

Die Reaktion aus der Politik darauf war aber nicht die Verstärkung des Kampfes gegen Rechts, sondern das Eingehen auf die Forderungen der mörderischen Nazis und ihrer rassistischen Unterstützer*innen: 1993 wurde das Recht auf Asyl in der BRD durch CDU und SPD faktisch abgeschafft.

Wie die Grundlagen für dieses Pogrom durch die politischen Instanzen geschaffen wurde, wie die Polizei von ihren Befehlsgebern daran gehindert wurde zum Schutze der Flüchtlinge einzugreifen und wie sich die Betroffenen vor Ort gefühlt haben müssen legt diese gut gemachte, aber aus den bürgerlichen Medien stammende, schweizerische Reportage dar: Reportage zu 20 Jahre Rostock

Die Dokumentation „The truth lies in Rostock“ ist hier zu sehen oder in der Hausbar der Schelling am Mittwoch den 23.8.2012.

Eine weitere Dokumentation „Wer Gewalt sät – Von Brandstiftern und Biedermännern“ findet ihr hier:

Demoaufruf und -organisation: lichtenhagen.net

Aufruf zum CSD in Stuttgart

Wir unterstützen den Aufruf unserer Genoss*innen, den libertären Que(e)rulant*innen

Chris*tina Street Day – QueerFeministisch, Solidarisch, Antirassistisch
Samstag, 28.07.12 – 16.00h – Stuttgart, Böblinger Straße

Ein Blick zurück: Stonewall was a riot
Seit es 28.06.1969 in der Szene-Bar “Stonewall Inn” in New York zum ersten bekannt gewordenen Aufstand “sexueller Minderheiten” gegen Polizeiwillkür und Diskrimierung kam, ist der “Christopher Street Day” ein Fest-, Gedenk- und Protesttag von LGBT’s (lesbian gay bisexuel transgender) in aller Welt.
Als sich bei den Stonewall-Revolten die Wut über Polizeigewalt, Kriminalisierung und Rassismus entlud, bildete sich der Bezugspunkt für die folgenden Jahrzehnte der lgbt*-Bewegung (lesbian, bi, gay, transgender). Die Forderungen nach (bürgerlichen) Rechten und Gleichberechtigung, die Auseinandersetzungen innerhalb der community um Rassismus und Ausgrenzung, die Act Up-Bewegung (AIDS Coalition to Unleash Power) und die damit einhergehende Politisierung der homophob besetzten Thematisierung von „Aids“ finden alle ihre Tradition in den Tagen des Aufstands in der Christopher Street.
In den Kämpfen der lgbt-Bewegungen sehen wir, wie gesellschaftliche Widersprüche sichtbar und angreifbar werden und sich radikale Gesellschaftskritik audrücken kann! Daran wollen wir anknüpfen, frech und widerständige queerFeministische Praxen gestalten, in denen für uns stets auch die Vision einer anderen Gesellschaft skizziert wird!

Ein Blick ins Jetzt:
Homophobe und trans*phobe Gewalt sind nicht von der Bildfläche verschwunden, „schwul“ gilt weiterhin vielerorts als Schimpfwort, Transsexualität wird immer noch als psychische Krankheit klassifiziert, es finden weiterhin chirurgische „Genitalkorrekturen“ bei intergeschlechtlich geborenen Kindern statt und die „eingetragene Lebenspartnerschaft“ wartet im Übrigen noch immer auf die rechtliche Gleichstellung mit der heterosexuellen Ehe.
Gleichzeitig wird Homosexualität in 67 Länder straftrechtlich verfolgt und in 7 Ländern mit der Todestrafe belegt(0), die „pride marches“ in Osteuropa werden verboten oder von Nazis und christlichen Fundamentalisten angegriffen (1), in Teilen Russlands wurde „Homo-Propaganda“ und die öffentliche Aufklärung über Homo-, Bi- und Transsexualität gesetztlich verboten (2) und die queer-feministische Punkband „Pussy Riot“ sitzt wegen ihrer politischen Aktionen gegen das Putin-Regime in Untersuchungshaft…(3)
Wir solidarisieren uns mit den von Repression betroffenen Aktivist*innen, stellen uns hinter die Forderungen von inter-Organisationen (u.a. nach der „sofortigen Beendigung der kosmetischen Genitaloperationen“)(4) und unterstützen die Forderung nach einer „Streichung der Geschlechtsidentitätsstörungen aus den internationalen Diagnostik-Handbüchern“ (5).

Ein „Ja, aber“ zum CSD
In unserer Beteiligung am Stuttgarter CSD soll unserer positiver Bezug auf die Proteste und Aktionen von trans*-inter*-queer-lesbisch-schwulen Zusammenhängen zum Ausdruck kommen. Für einen Tag werden Lebens- und Liebensweisen jenseits der als Norm gesetzten Heterosexualität sichtbar, die Veranstaltungen der Programmwoche thematisieren die unterschiedlichen Forderungen der lgbt-Bewegungen und alltägliche wie auch institutionelle Diskrimierung, Ausgrenzung und Gewalt werden von einem vielfältigen Bündnis, mehr oder weniger, zurück gewiesen.
An der Kommerzialisierung des „Großevents CSD“, der Begrenzung auf bürgerliche Forderungen nach Gleichberechtigung, der Erstrangigkeit von priviligierten (weißen, männlichen, nicht-illegalisierten) Positionen und der daraus resultierenden Unsichtbarkeit von people of colour und trans*-Identitäten sowie an der Normalisierung von Schönheits- und Körpervorstellungen können wir jedoch markieren, wie der emanzipatorische Gehalt des CSD verloren geht.
Nicht der Wille zur Anpassung in die Mehrheitsgesellschaft und die Bejahung (kapitalistischer) Verhältnisse, sondern der Angriff auf ihr Zentrum liegt uns am Herzen und ist Ausgang unserer Überlegungen und Aktionen!

Vom Mythos der „Gleichbeschäftigung“ und einem Blick dahinter..
Das diesjährige Motto des CSD Stuttgart heißt „Gleichbeschäftigt“.
Der Forderung nach diskriminierungsfreien Arbeitsplätzen und -räumen stimmen wir zu, den Glauben an das Konzept von diversity und prinzipiell gerecht gestalteten Arbeitsverhältnissen weisen wir zurück.
Thematisch bleiben prekarisierte Arbeitsverhältnisse und Ausbeutung von Lohnabhängigen unangetastet. Es wird davon ausgegangen, dass alle Adressat_innen des CSD Möglichkeit und Interesse zu und an einem Arbeitsverhältnis haben. Ausgeklammert bleiben die Benachteiligungen von trans*-Personen im Arbeitsleben, die fehlenden Zugänge für illegalisierte Migrant_innen, die Einschränkungen für HIV-Positive und die Benachteiligung von Frauen und unbezahlter care-Arbeit.
Wir sehen, wie anhand von Geschlecht Herrschafts- und Unterdrückungsverhältnisse durchgesetzt werden und diese sich mit Rassismus verschränken. Zweigeschlechtlichkeit und Heteronormativität, also die Vorstellungen von nur 2 gültigen, in einem hierarchisch zueinander stehenden Verhältnis mit der Setzung von Heterosexualität als Norm, sind für uns auch Grundlage für kapitalistische Produktionsweise und Verwertung.
Nicht der Mythos von einer angeblich möglichen „Gleichbeschäftigung“, sondern soziale Ungleichheiten und prekäre Beschäftigungsverhältnisse, gehören, neben Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierungen und der Geschlechtsidentität, in den Mittelpunkt gerückt.

Ein Blick nach vorne..
Wir haben uns für die Beteiligung am CSD in Stuttgart entschieden, um bewusst queer-feministische, emanzipatorische, kritische Inhalte auf dem CSD zu transportieren.
An eine zweigeschlechtliche Welt können wir nicht glauben, an Mainstream und Kommerz sind wir nicht interessiert, (Homo)Nationalismus können uns gestohlen bleiben und auf Krieg, Repression und Rassismus haben wir keinen Bock.
Lust haben wir auf viele Geschlechter und Identitäten, die sich jede*r selbst gestalten kann und auf Selbstbestimmung und Freiräume, in denen wir unsere Vorstellungen einer anderen, gerechteren Gesellschaft Wirklichkeit werden lassen.
Das wir auf diesem Wege den Kapitalismus überwinden und Homophobie und Trans*phobie in der Mehrheitsgesellschaft und innerhalb der „Szene“ entgegen treten müssen, ist für uns selbstverständlich!

Deshalb:
Que(e)rfeld ein auf den CSD nach Stuttgart!
Beteiligt euch kreativ und subversiv an unserer Fußgruppe!

0 Wikipedia oder ilga europa
1 http://www.queer.de/detail.php?article_id=16529
http://www.queer.de/detail.php?article_id=16600
2 http://www.queer.de/detail.php?article_id=16709
3 http://freepussyriot.org/de/about-de
4 http://zwischengeschlecht.org/post/6.-Die-Forderungen-der-Zwitterbewegung
5 http://transx.at/Pub/Depathologisierung.php#A2
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Frauengruppe Zumutung
CSD Stuttgart 2012

Die wilde Räuber*innen Hausbar


Das Anarchistische Netzwerk Tübingen ANT lädt ein zur wildesten aller wilden Räuber*innen-Events des neuen Jahres 2012:


DIE WILDE RÄUBER*INNEN HAUSBAR

19:00 Uhr Beginn
ab 19:30 Uhr vegane Vokü
20:00 Uhr Film: LUCIO: Anarchist, Bankräuber, Fälscher, aber vor allem: Maurer (SPANIEN 2007, 90 Min. OmDU)

Anschließend Hausbar mit lecker Cocktails und anderen erfrischenden Getränken

22:30 Uhr Special: Prämierung der wildesten Kostüme
01:30 Uhr Ende

Am: Mittwoch den 18.Januar
Ort: Hausbar im Keller der Schellingstraße 6 in Tübingen

Flyer zum ausdrucken und verteilen: (Klick rechte Maustaste, Ziel speichern unter)